Programm 2026

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Weihnachtsbrief 2025/2026
In seinem Weihnachtsbrief blickt der Präsident, Prof. Dr. Harald Derschka, zurück auf ein erfolgreiches Vereinsjahr.

Mittwoch, 14. Januar 2026, 19 Uhr
Vortrag digital „Der Bauernkrieg 1524/26 in Vorarlberg – (k)ein Erinnerungsort?“ (Alois Niederstätter, Dornbirn)
Zwar ist der unter dem Begriff „Deutscher Bauernkrieg“ zusammengefasste „Flickenteppich von Unruhen, Erhebungen und Aufständen“, wie die Forschung festgestellt hat, „an Vorarlberg mehr oder weniger spurlos“ vorübergegangen. „Unruhig“ waren diese Jahre dennoch: Die österreichische Obrigkeit sah sich mit der raschen Ausbreitung reformatorischen Gedankenguts konfrontiert, einige Bregenzerwälder Orte schlossen sich den Allgäuern an, entlassene Söldner bedrohten die Stadt Feldkirch, seit Langem schwelende Stadt-Land-Konflikte gewannen an Brisanz. Alois Niederstätter beschreibt die regionalen Geschehnisse und wirft einen kritischen Blick auf deren Rezeption.

Mittwoch, 11. Februar 2026, 19 Uhr
Vortrag digital „Land – die fundamentale wirtschaftliche Ressource. Nachhaltige agrarische Nutzung in der ländlichen Gesellschaft der südlichen Bodenseeregion im Übergang vom Spätmittelalter in die Frühe Neuzeit“
(Stefan Sonderegger, Heiden)
Die aktuelle Diskussion zum Thema ,Nachhaltigkeit‘ ist eine Konsequenz aus dem gestiegenen Ressourcenverbrauch und den damit verbundenen Umweltproblemen seit den 1950er Jahren“, schrieb Reinhold Reith 2016 in einem Aufsatz zum Thema „Nachhaltigkeit und Ressourcenstrategien in der Frühen Neuzeit“. Gegenwartsprobleme geben der gesellschaftlichen Diskussion zweifelsohne Impulse und werden von der Wissenschaft oft aufgegriffen – auch von der Geschichtsforschung.
Der Beitrag beschäftigt sich mit der Frage, wie ländliche Gesellschaften, teils zusammen Grund- und Landesherren, das zur Verfügung stehende Agrarland nutzten, ohne es auszubeuten. Im Zentrum des Interesses stehen Dorfgemeinschaften und Alpgenossenschaften der Region Ostschweiz-Vorarlberg-Liechtenstein-Süddeutschland im Spätmittelalter. Der Zugang, die Verteilung und die Verteidigung von wirtschaftlichen Ressourcen wie Pflanzboden, Tal- und Bergweiden sowie Wald/Holz waren die zentralen Themen Ende des 15. und während des 16. Jahrhunderts. Es ist festzustellen, dass im 16. Jahrhundert Konflikte zunahmen und Dorfgemeinschaften sowie Alpgenossenschaften sich in Bezug auf die Nutzung kollektiver Ressourcen gegen aussen abschlossen. Gründe dafür waren unter anderen das Bevölkerungswachstum und der städtische Landhunger.

Mittwoch 11. März 2026, 19 Uhr
Vortrag digital „Handwerk, Handel, Nachfragewandel: Der Produktionsstandort St. Gallen in der Frühen Neuzeit“
(Nicole Stadelmann, St. Gallen)
St. Galler Kaufleute der Frühen Neuzeit kämpften mit Problemen, die heute sehr aktuell anmuten: Ein frühes „Freihandelsabkommen“ mit Frankreich verschaffte zollfreie Zugänge und rasanten Aufstieg, bis merkantilistische Zollerhöhungen und ein regelrechter Zollkrieg den Handel mit Textilien erschwerten. Gleichzeitig belasteten Kriege und Modewandel die Nachfrage nach der hochpreisigen St. Galler Luxusleinwand. St. Galler Kaufleute handelten zunehmend mit fremder, günstigerer Leinwand und stiegen in den Zwischenhandel mit kriegswichtigen Gütern ein. Weil diese Produkte nicht in der Stadt gefertigt wurden, ging der Handel zunehmend an St. Gallen vorbei – mit einschneidenden Konsequenzen für den Produktionsstandort St. Gallen und dessen Handwerkerinnen und Handwerker.

Mittwoch, 6. Mai 2026, 11-12 Uhr
Führung durch die Sonderausstellung „Über die Jahre. Rose Marie Schnorrenberg“ (Yvonne Istas, Gaienhofen) 

Samstag, 20. Juni 2026, 10-16 Uhr
Exkursion nach Heiden, CH (Stefan Sonderegger, Heiden)
Das malerische appenzellische Heiden beeindruckt nicht nur durch seine einzigartige Lage über dem Bodensee, sondern auch durch seine reiche Geschichte. Hier lebten u. a. der Gründer des Roten Kreuzes, Henry Dunant, und Carl Böckli, genannt Bö, der während des Zweiten Weltkriegs und danach im «Nebelspalter» mit spitzer Feder gegen braune und rote Fäuste zeichnete.
Wir werden am Vormittag 2 Ausstellungen im Museum Heiden besuchen und am Nachmittag das Museum Henry Dunant. Alternativ findet am Nachmittag eine geführte Wanderung entlang der Appenzeller Friedens-Stationen statt, ein Weg, auf dem die humanitären Lebenswerke friedensbewegter Persönlichkeiten aus dem Appenzellerland gewürdigt werden.
Programm + Anmeldung

Sonntag, 20. September 2026
Jahreshauptversammlung in Wangen im Allgäu
Programm + Anmeldung

Mittwoch 14. Oktober 2026, 19:00 Uhr
Vortrag digital „Aus Anlass des Radolfzeller Stadtjubiläums: Bischof Ratold von Verona, der Gründer von Radolfzell, in seiner Zeit“ (Harald Derschka, Konstanz)
Vor rund 1200 Jahren ließ Bischof Ratold von Verona auf Reichenauer Grund eine Kirche errichten, die mit einiger Berechtigung als Ausgangspunkt der Radolfzeller Stadtgeschichte gilt. Das wirft Fragen auf: Was bewegt einen Bischof aus Oberitalien, sich außerhalb seines Bistums in dieser Weise zu betätigen? Zudem gibt es keine Gründungsurkunde, die diesen Vorgang verbürgen könnte. Wir lesen darüber in einem literarischen Text von ungewisser Glaubwürdigkeit. Gibt es gleichwohl Indizien, die es erlauben, die Gründung sachlich und zeitlich zu umreißen? Der Vortrag zeigt auf, was sich über Ratold und sein Wirken am Bodensee seriös berichten lässt.

Mittwoch 11. November 2026, 19:00 Uhr
Vortrag digital „Nur eine Last? – Findelkinder im Thurgau des 18. Jahrhunderts“
(Annkristin Schlichte, Frauenfeld)
Das 18. Jahrhundert wird von Historikern und Historikerinnen als das „Jahrhundert der Findelkinder“ bezeichnet. Europaweit stieg in dieser Zeit die Zahl ausgesetzter Kinder. Auch die Schweiz war davon zumindest teilweise betroffen. Während insbesondere in Italien bereits seit dem Mittelalter spezialisierte Findelhäuser existierten und in Metropolen wie Paris, London, Hamburg oder Wien im 18. Jahrhundert solche Einrichtungen neu gegründet wurden, fehlten in der Schweiz vergleichbare Institutionen weitgehend. Stattdessen war hier das sogenannte Verdingkindwesen verbreitet, in dem Findelkinder gegen Entgelt in Pflegefamilien untergebracht wurden.
Doch wie sah die Situation konkret im Thurgau aus? Der Vortrag beleuchtet anhand von Quellen aus dem Staatsarchiv Thurgau die Lebensumstände der Findelkinder in der damaligen Landgrafschaft. Welche Entwicklungen gab es? Stieg auch hier die Zahl der Kindesaussetzungen – und wenn ja, welche Gründe gab es dafür? Welche Ziele verfolgte die Obrigkeit bei der Unterbringung der Kinder? Wer kümmerte sich um sie, und wie wurden sie versorgt? Und nicht zuletzt: Was verraten die Quellen über ihre weiteren Lebenswege?

Mittwoch 9. Dezember 2026, 19:00 Uhr
Vortrag digital „Arbeitsmigration in die Schweiz und nach Appenzell Ausserrhoden. Ein Blick in die 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts“
(Oliver Ittensohn, Trogen)
Anhand von historischen Quellenbeispielen werfen wir einen vielfältigen Blick auf das Phänomen der Arbeitsmigration. Wie wurde von Schweizer Behörden mit den Migrantinnen und Migranten umgegangen? Welche politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen stellten sich in diesem Zusammenhang dem Kanton Appenzell Ausserrhoden in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts? Zum Schluss wagen wir einen Ausblick und stellen mögliche Bezüge in die heutige Zeit her.

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Die Teilnahme an den digitalen Vorträgen, die jeweils ab 19 Uhr bis 20 Uhr stattfinden, ist mit folgenden Daten möglich:

https://us02web.zoom.us/j/6736781222?pwd=UEw1ZlhxckJYM2FRMzY4YXFRanU2Zz09
Meeting-ID: 673 678 1222
Kenncode: Hvz6hE

Die Vortragsreihe darf gerne Außenwirkung entfalten und für den Verein werben. Wenn Sie Interessenten wissen, leiten Sie die Einladung bitte weiter.

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Die jeweils aktuellen Veranstaltungen finden Sie unter Aktuelles

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Schaffhausen, Philipp Roth nach David Mieser
Hohenems, aus Daniel Meissners Sciagraphica, 1678
Lindau, aus Daniel Meissners Sciagraphica Cosmica, 1678