AKTUELLES
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Mittwoch 14. Oktober 2026, 19:00 Uhr
Vortrag digital „Aus Anlass des Radolfzeller Stadtjubiläums: Bischof Ratold von Verona, der Gründer von Radolfzell, in seiner Zeit“ (Harald Derschka, Konstanz)
Vor rund 1200 Jahren ließ Bischof Ratold von Verona auf Reichenauer Grund eine Kirche errichten, die mit einiger Berechtigung als Ausgangspunkt der Radolfzeller Stadtgeschichte gilt. Das wirft Fragen auf: Was bewegt einen Bischof aus Oberitalien, sich außerhalb seines Bistums in dieser Weise zu betätigen? Zudem gibt es keine Gründungsurkunde, die diesen Vorgang verbürgen könnte. Wir lesen darüber in einem literarischen Text von ungewisser Glaubwürdigkeit. Gibt es gleichwohl Indizien, die es erlauben, die Gründung sachlich und zeitlich zu umreißen? Der Vortrag zeigt auf, was sich über Ratold und sein Wirken am Bodensee seriös berichten lässt.
Mittwoch 11. November 2026, 19:00 Uhr
Vortrag digital „Nur eine Last? – Findelkinder im Thurgau des 18. Jahrhunderts“ (Annkristin Schlichte, Frauenfeld)
Das 18. Jahrhundert wird von Historikern und Historikerinnen als das „Jahrhundert der Findelkinder“ bezeichnet. Europaweit stieg in dieser Zeit die Zahl ausgesetzter Kinder. Auch die Schweiz war davon zumindest teilweise betroffen. Während insbesondere in Italien bereits seit dem Mittelalter spezialisierte Findelhäuser existierten und in Metropolen wie Paris, London, Hamburg oder Wien im 18. Jahrhundert solche Einrichtungen neu gegründet wurden, fehlten in der Schweiz vergleichbare Institutionen weitgehend. Stattdessen war hier das sogenannte Verdingkindwesen verbreitet, in dem Findelkinder gegen Entgelt in Pflegefamilien untergebracht wurden.
Doch wie sah die Situation konkret im Thurgau aus? Der Vortrag beleuchtet anhand von Quellen aus dem Staatsarchiv Thurgau die Lebensumstände der Findelkinder in der damaligen Landgrafschaft. Welche Entwicklungen gab es? Stieg auch hier die Zahl der Kindesaussetzungen – und wenn ja, welche Gründe gab es dafür? Welche Ziele verfolgte die Obrigkeit bei der Unterbringung der Kinder? Wer kümmerte sich um sie, und wie wurden sie versorgt? Und nicht zuletzt: Was verraten die Quellen über ihre weiteren Lebenswege?
Mittwoch 9. Dezember 2026, 19:00 Uhr
Vortrag digital „Arbeitsmigration in die Schweiz und nach Appenzell Ausserrhoden. Ein Blick in die 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts“ (Oliver Ittensohn, Trogen)
Anhand von historischen Quellenbeispielen werfen wir einen vielfältigen Blick auf das Phänomen der Arbeitsmigration. Wie wurde von Schweizer Behörden mit den Migrantinnen und Migranten umgegangen? Welche politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen stellten sich in diesem Zusammenhang dem Kanton Appenzell Ausserrhoden in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts? Zum Schluss wagen wir einen Ausblick und stellen mögliche Bezüge in die heutige Zeit her.
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Informationen zur digitalen Vortragsreihe des BGVs:
Die Teilnahme an den digitalen Vorträgen, die jeweils ab 19 Uhr bis 20 Uhr stattfinden, ist mit folgenden Daten möglich:
https://us02web.zoom.us/j/6736781222?pwd=UEw1ZlhxckJYM2FRMzY4YXFRanU2Zz09
Meeting-ID: 673 678 1222
Kenncode: Hvz6hE
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